#20 KI und Adelaide

Eine Insel mit Kängurus, Koalas, Seelöwen, Pinguin und einsamen Stränden umrunden wir, bevor es nach Adelaide geht.

AUSTRALIEN

07.12.2025

12/7/202525 min read

KI und Adelaide

Weiter geht es Richtung Westen. Im Weinanbaugebiet Langhorne Creek besuchen wir das Weingut Kimbolton und lagern drei Flaschen Rotwein im Campervan-Keller ein. Die Weingegend liegt in einer Ebene. Steilhänge, Südlagen sind hier nicht erforderlich, schließlich liegt die Weinregion näher am Äquator als die deutschen Anbaugebiete und außerdem scheint hier viel mehr Sonne. Uns überrascht, dass oft auf der einen Seite der Straße riesige Weingärten mit grünen Weinreben und auf der anderen endlose Weizenfelder liegen. Erwartet hätten wir diese enge Koexistenz von Getreide- und Weinanbau nicht.

Anschließend düsen wir in Richtung der sanft hügeligen Landschaft der Fleurieu-Halbinsel. Die Felder und Wiesen haben, obwohl wir Frühjahr haben, keine frische grüne Farbe sondern ein Beige. Unabhängig voneinander erinnert es uns beide an den Osten der neuseeländischen Südinsel im Herbst. Das Frühjahr war zu trocken, meint die junge Frau an der Rezeption des Campingplatzes in Normanville. In den letzten Tagen habe es etwas geregnet, aber das würde den Bauern jetzt auch nicht passen, ergänzt sie.

KI und Adelaide

Weiter geht es Richtung Westen. Im Weinanbaugebiet Langhorne Creek besuchen wir das Weingut Kimbolton und lagern drei Flaschen Rotwein im Campervan-Keller ein. Die Weingegend liegt in einer Ebene. Steilhänge, Südlagen sind hier nicht erforderlich, schließlich liegt die Weinregion näher am Äquator als die deutschen Anbaugebiete und außerdem scheint hier viel mehr Sonne. Uns überrascht, dass oft auf der einen Seite der Straße riesige Weingärten mit grünen Weinreben und auf der anderen endlose Weizenfelder liegen. Erwartet hätten wir diese enge Koexistenz von Getreide- und Weinanbau nicht.

Anschließend düsen wir in Richtung der sanft hügeligen Landschaft der Fleurieu-Halbinsel. Die Felder und Wiesen haben, obwohl wir Frühjahr haben, keine frische grüne Farbe sondern ein Beige. Unabhängig voneinander erinnert es uns beide an den Osten der neuseeländischen Südinsel im Herbst. Das Frühjahr war zu trocken, meint die junge Frau an der Rezeption des Campingplatzes in Normanville. In den letzten Tagen habe es etwas geregnet, aber das würde den Bauern jetzt auch nicht passen, ergänzt sie.

Wenn die Aussies von KI sprechen, meinen sie im Gegensatz zu uns Kangaroo Island und nicht irgendwelche Arten von künstlichem Intellekt. Die Insel liegt etwas über 100km südwestlich von Adelaide. Sie ist 145 km lang und zwischen einem und 57 Kilometer breit. Auf dieser Fläche leben lediglich knapp 5.000 Menschen, dafür aber bedeutend mehr Schafe.

Bevor uns die Fähre in einer Dreiviertelstunde auf die Insel chauffiert, interviewt uns ein Bio-Inspektor, ob wir Honig oder Honigprodukte mit uns führen, denn diese dürfen nicht auf die Insel importiert werden, da dort die einzige noch genetisch reine Ligurischen Bienenpopulation weltweit existiert. Seit 1885 (kein Schreibfehler!) werden diese geschützt.

Auf die Fähre müssen die meisten Fahrzeuge - egal ob mit oder ohne Anhänger rückwärts gefahren werden. Folglich dauert das Beladen.

Wenn die Aussies von KI sprechen, meinen sie im Gegensatz zu uns Kangaroo Island und nicht irgendwelche Arten von künstlichem Intellekt. Die Insel liegt etwas über 100km südwestlich von Adelaide. Sie ist 145 km lang und zwischen einem und 57 Kilometer breit. Auf dieser Fläche leben lediglich knapp 5.000 Menschen, dafür aber bedeutend mehr Schafe.

Bevor uns die Fähre in einer Dreiviertelstunde auf die Insel chauffiert, interviewt uns ein Bio-Inspektor, ob wir Honig oder Honigprodukte mit uns führen, denn diese dürfen nicht auf die Insel importiert werden, da dort die einzige noch genetisch reine Ligurischen Bienenpopulation weltweit existiert. Seit 1885 (kein Schreibfehler!) werden diese geschützt.

Auf die Fähre müssen die meisten Fahrzeuge - egal ob mit oder ohne Anhänger rückwärts gefahren werden. Folglich dauert das Beladen.

Von Kingscote, dem Hauptort mit nicht einmal 2.000 Einwohnern brechen wir bei wechselhaften Wetter zur Emu Bay auf. Eine Bucht mit Sommerhäuschen und schönen Strand, der bei grauen Wolken nicht so schön erstrahlt. An der Rampe entdecken wir einen kleinen Pinguin, der kaum reagiert, als wir uns ihm vorsichtig nähern und wir sind verunsichert, ob das Tier verletzt ist.

Leider ist kein Mensch zu sehen, den wir fragen können. Wir fahren ein Stück mit dem Wagen und entdecken eine Frau, die gerade eine Ferienhütte reinigt. Ich frage sie und sie sagt, dass sei normal, dass dort an der Rampe Pinguine derart verweilen. Beruhigt fahren wir über unasphaltierte Straßen weiter an der Nordküste entlang.

Von Kingscote, dem Hauptort mit nicht einmal 2.000 Einwohnern brechen wir bei wechselhaften Wetter zur Emu Bay auf. Eine Bucht mit Sommerhäuschen und schönen Strand, der bei grauen Wolken nicht so schön erstrahlt. An der Rampe entdecken wir einen kleinen Pinguin, der kaum reagiert, als wir uns ihm vorsichtig nähern und wir sind verunsichert, ob das Tier verletzt ist.

Leider ist kein Mensch zu sehen, den wir fragen können. Wir fahren ein Stück mit dem Wagen und entdecken eine Frau, die gerade eine Ferienhütte reinigt. Ich frage sie und sie sagt, dass sei normal, dass dort an der Rampe Pinguine derart verweilen. Beruhigt fahren wir über unasphaltierte Straßen weiter an der Nordküste entlang.

In Stokesbay parken wir an einem Kiesstrand, es zeigt ein Schild in Richtung „beach“, doch wir sehen eigentlich nur Felsen und können kaum glauben, dass dort ein sehr schöner Strand liegen soll. Wir folgen dem Schild und spazieren zwischen engen Felsen auf sandigen oder steinigen Pfaden. Dann wird es sehr schmal (ca. 50 cm) und dahinter steht bereits etwas Wasser. Somit heißt es Schuhe ausziehen und um die letzten Felsen herum im kühlen Meereswasser zu dem schönen Strandabschnitt zu waten. Wir mögen uns nicht ausmalen, welcher Stau in der Hochsaison auf diesem Pfad besteht. Am Parkplatz gibt es ein kleines Café mit einer überschaubarem, aber kulinarisch beachtlichen Auswahl. Ich hole mir einen Cappucino, während Ruth im Auto sitzen bleibt, bis mehrere Kängurus erscheinen. Da zückt sie die Kamera und hüpft aus dem Wagen. Die Besitzerin des Cafés spricht mich auf Deutsch an. Meine Debitkarte und mein Akzent haben mich verraten. Sie kommt aus Fuhlsbüttel und lebt seit neun Jahren in Australien. Erst zwei Jahre der Klassiker „work and travel“ und dann ist sie hier hängengeblieben, lebt mit ihrem Lebensgefährten und ihrer zweijährigen Tochter an diesem - auch für australischen Verhältnissen - abgelegenen Ort. Acht Monate Arbeiten und vier Monate Urlaub lautet ihr Konzept.

In Stokesbay parken wir an einem Kiesstrand, es zeigt ein Schild in Richtung „beach“, doch wir sehen eigentlich nur Felsen und können kaum glauben, dass dort ein sehr schöner Strand liegen soll. Wir folgen dem Schild und spazieren zwischen engen Felsen auf sandigen oder steinigen Pfaden. Dann wird es sehr schmal (ca. 50 cm) und dahinter steht bereits etwas Wasser. Somit heißt es Schuhe ausziehen und um die letzten Felsen herum im kühlen Meereswasser zu dem schönen Strandabschnitt zu waten. Wir mögen uns nicht ausmalen, welcher Stau in der Hochsaison auf diesem Pfad besteht. Am Parkplatz gibt es ein kleines Café mit einer überschaubarem, aber kulinarisch beachtlichen Auswahl. Ich hole mir einen Cappucino, während Ruth im Auto sitzen bleibt, bis mehrere Kängurus erscheinen. Da zückt sie die Kamera und hüpft aus dem Wagen. Die Besitzerin des Cafés spricht mich auf Deutsch an. Meine Debitkarte und mein Akzent haben mich verraten. Sie kommt aus Fuhlsbüttel und lebt seit neun Jahren in Australien. Erst zwei Jahre der Klassiker „work and travel“ und dann ist sie hier hängengeblieben, lebt mit ihrem Lebensgefährten und ihrer zweijährigen Tochter an diesem - auch für australischen Verhältnissen - abgelegenen Ort. Acht Monate Arbeiten und vier Monate Urlaub lautet ihr Konzept.

Weiter fahren wir in Richtung Westen. Es beginnt kontinuierlich zu regnen, so dass auf unserem Campingplatz große Pfützen entstehen. Ein paar Kängurus hüpfen umher und in den Bäumen sehen wir Koalas. Sie sind einfach zu putzig. Erst morgens erfahren wir, dass drei Meter hinter unserem Wagen zwei Possums wohnen. Auch sie haben große süße Augen.

Weiter fahren wir in Richtung Westen. Es beginnt kontinuierlich zu regnen, so dass auf unserem Campingplatz große Pfützen entstehen. Ein paar Kängurus hüpfen umher und in den Bäumen sehen wir Koalas. Sie sind einfach zu putzig. Erst morgens erfahren wir, dass drei Meter hinter unserem Wagen zwei Possums wohnen. Auch sie haben große süße Augen.

An der Steilküste im Südwesten liegen die „Remarkable Rocks“ - ein paar Granitfelsen oder wie unser Freund Matthias zu sagen pflegt „alte Steine“. Von Fotos und Broschüren kennen wir sie. Doch als wir ankommen, sind wir tief beeindruckt. Das haben wir nicht erwartet. Wir besuchen gerne die NordArt bei Rendsburg; das hier ist die SouthArt by nature. Wir wandern zwischen den Felsen umher und bestaunen, was die Natur aus diesen 500 Millionen Jahren alten Felsen für Kunstwerke gezaubert hat. Immer wieder entdecken wir neue Perspektiven. Der Gedanke liegt nahe, dass hier die Originale stehen und Henry Moore versucht hat, sie zu kopieren.

An der Steilküste im Südwesten liegen die „Remarkable Rocks“ - ein paar Granitfelsen oder wie unser Freund Matthias zu sagen pflegt „alte Steine“. Von Fotos und Broschüren kennen wir sie. Doch als wir ankommen, sind wir tief beeindruckt. Das haben wir nicht erwartet. Wir besuchen gerne die NordArt bei Rendsburg; das hier ist die SouthArt by nature. Wir wandern zwischen den Felsen umher und bestaunen, was die Natur aus diesen 500 Millionen Jahren alten Felsen für Kunstwerke gezaubert hat. Immer wieder entdecken wir neue Perspektiven. Der Gedanke liegt nahe, dass hier die Originale stehen und Henry Moore versucht hat, sie zu kopieren.

An der Südküste verbringen wir den ganzen Nachmittag am Strand von Vivonne Bay und betrachten fast schon meditativ das Anrollen und Brechen der Wellen. Türkises Wasser, weiß brechende Wellen - mal wieder können wir uns an diesem Bild nicht satt sehen. Am nächsten Tag wiederholen wir dieses am Pennington Bay, an dem ein kräftiger Wind weht und uns kostenfrei den Sand als Peeling entgegen wirft.

An der Südküste verbringen wir den ganzen Nachmittag am Strand von Vivonne Bay und betrachten fast schon meditativ das Anrollen und Brechen der Wellen. Türkises Wasser, weiß brechende Wellen - mal wieder können wir uns an diesem Bild nicht satt sehen. Am nächsten Tag wiederholen wir dieses am Pennington Bay, an dem ein kräftiger Wind weht und uns kostenfrei den Sand als Peeling entgegen wirft.

Morgens brechen wir zu einer der drei australischen Seelöwen-Kolonien auf. Als eine fette Regenschauer uns erreicht, flüchten alle anderen Besucher, während wir unsere Regenjacken überziehen. Auch wenn der kräftige Wind dem Regen eine waagerechte Tendenz verleiht, bleiben wir und beobachten die Seelöwen. Wir erfahren, dass die Schwangerschaft der Seelöwinnen 17 Monate dauert. Die Mütter verschwinden für zwei bis drei Tage im Meer, um sich zu ernähren und lassen ihre Jungen am Strand zurück. Damit ihre Mütter sie bei ihrer Rückkehr schnell finden, rufen die Kleinen immer wieder. Säugende Mütter sehen wir ein paar an diesem Strand. Nun heißt es nicht nur von diesen drolligen Tieren Abschied zu nehmen sondern auch von der Insel, denn abends geht unsere Fähre. Der dreitägige Abstecher nach Kangoroo Island mit seinen beeindruckenden  Küsten, den Remarkable Rocks und seiner Tierwelt hat sich definitiv gelohnt.

Morgens brechen wir zu einer der drei australischen Seelöwen-Kolonien auf. Als eine fette Regenschauer uns erreicht, flüchten alle anderen Besucher, während wir unsere Regenjacken überziehen. Auch wenn der kräftige Wind dem Regen eine waagerechte Tendenz verleiht, bleiben wir und beobachten die Seelöwen. Wir erfahren, dass die Schwangerschaft der Seelöwinnen 17 Monate dauert. Die Mütter verschwinden für zwei bis drei Tage im Meer, um sich zu ernähren und lassen ihre Jungen am Strand zurück. Damit ihre Mütter sie bei ihrer Rückkehr schnell finden, rufen die Kleinen immer wieder. Säugende Mütter sehen wir ein paar an diesem Strand. Nun heißt es nicht nur von diesen drolligen Tieren Abschied zu nehmen sondern auch von der Insel, denn abends geht unsere Fähre. Der dreitägige Abstecher nach Kangoroo Island mit seinen beeindruckenden  Küsten, den Remarkable Rocks und seiner Tierwelt hat sich definitiv gelohnt.

Adelaide

Die nächsten zwei Nächte verbringen wir in Adelaide. Die Innenstadt von Adelaide ist von einem grünen Gürtel umzingelt. Wir durchstreifen dessen nördlichen Teil und zwei Stadtteile. Im botanischen Garten, der Teil dieser grünen Oase ist, entdecken wir eine große Kolonie von Flughunden. Abends brechen sie zu ihren Streifzügen auf und ziehen auch über unseren Campingplatz hinweg. Diese Prozession scheint kein Ende nehmen zu wollen, denn mehr als eine halbe Stunde lang bestauenen wir den Zug der Flughunde.

Am nächsten Tag schauen wir uns die Innenstadt an. Die 150 Jahre alte zentrale Markthalle mit ihren vielen verschiedenen Verkaufs- und Essenständen lässt das Wasser im Munde zusammenlaufen. Als wir an zwei Käseständen vorbeikommen, machen wir Fotos für Manfred, bei dem wir seit Jahrzehnten auf dem Blankeneser Markt unseren Käse holen. Manfred hatte in unserem Gästebuch geschrieben, dass wir an ihn denken mögen, wenn es wo nach Käse riechen sollte. Hier duftet es nicht nur nach Käse, sondern der eine Käsestand nennt sich „smelly cheese“ - stinkender Käse. By the way: viele Grüße aus down under, Manfred.

Direkt nebenan liegt Chinatown, das im Vergleich zu Kuala Lumpur tiefenentspannt ist. Kein enges Gedränge, kein dichtgedrängten Verkaufsstände, sondern eine gemütliche, fast menschenleere Fussgängerzone mit ein paar Restaurants.

Im Anschluss besuchen wir die öffentliche Bücherhalle. Bibliotheken ziehen uns immer an, da sie einen guten Blickwinkel in die Kultur von Städten ermöglichen und auch architektonisch oft spannend sind. Die hiesige Library besteht aus Alt- und Neubau. Als wir den alten Lesesaal besuchen, singt gerade eine Grundschulklasse Lieder vorm Weihnachtsbaum. Eine nette Stimmung. In der Cafeteria der Library gönnen wir uns einen Cappuccino. Die nette Atmosphäre kann nicht den enttäuschenden Geschmack aufwiegen.

Adelaide

Die nächsten zwei Nächte verbringen wir in Adelaide. Die Innenstadt von Adelaide ist von einem grünen Gürtel umzingelt. Wir durchstreifen dessen nördlichen Teil und zwei Stadtteile. Im botanischen Garten, der Teil dieser grünen Oase ist, entdecken wir eine große Kolonie von Flughunden. Abends brechen sie zu ihren Streifzügen auf und ziehen auch über unseren Campingplatz hinweg. Diese Prozession scheint kein Ende nehmen zu wollen, denn mehr als eine halbe Stunde lang bestauenen wir den Zug der Flughunde.

Am nächsten Tag schauen wir uns die Innenstadt an. Die 150 Jahre alte zentrale Markthalle mit ihren vielen verschiedenen Verkaufs- und Essenständen lässt das Wasser im Munde zusammenlaufen. Als wir an zwei Käseständen vorbeikommen, machen wir Fotos für Manfred, bei dem wir seit Jahrzehnten auf dem Blankeneser Markt unseren Käse holen. Manfred hatte in unserem Gästebuch geschrieben, dass wir an ihn denken mögen, wenn es wo nach Käse riechen sollte. Hier duftet es nicht nur nach Käse, sondern der eine Käsestand nennt sich „smelly cheese“ - stinkender Käse. By the way: viele Grüße aus down under, Manfred.

Direkt nebenan liegt Chinatown, das im Vergleich zu Kuala Lumpur tiefenentspannt ist. Kein enges Gedränge, kein dichtgedrängten Verkaufsstände, sondern eine gemütliche, fast menschenleere Fussgängerzone mit ein paar Restaurants.

Im Anschluss besuchen wir die öffentliche Bücherhalle. Bibliotheken ziehen uns immer an, da sie einen guten Blickwinkel in die Kultur von Städten ermöglichen und auch architektonisch oft spannend sind. Die hiesige Library besteht aus Alt- und Neubau. Als wir den alten Lesesaal besuchen, singt gerade eine Grundschulklasse Lieder vorm Weihnachtsbaum. Eine nette Stimmung. In der Cafeteria der Library gönnen wir uns einen Cappuccino. Die nette Atmosphäre kann nicht den enttäuschenden Geschmack aufwiegen.

Da der Wetterbericht für die nächsten Tage Temperaturen um die 30 Grad ankündigt, verlassen wir die Stadt und fahren die Weinstraße vom Barossa Valley über Eden und McLaren Valley bis nach Willunga an der Westküste der Fleurieu-Halbinsel. An den Stränden lassen wir mal wieder die Seele ein wenig baumeln. Ich gönne mir nach drei Monaten einen Friseurbesuch. Die Friseurin fragt wie ich die Haare haben möchte. Sie nennt ein paar Fachbegriffe, bei denen ich nur große Augen mache. Schließlich holt sie eine Mappe, in der verschiedenste Haarschnitte von Seitenscheitel über Undercut und weiteren modernen Varianten offeriert werden. Doch auch bewährte Haarschnitte sind in dem Katalog abgebildet und auch einer, der meiner üblichen Frisur sehr nahe kommt. Ruth hätte ja nichts dagegen, wenn ich meine Haare länger wachsen lassen würde. Dann sähe ich aus wie einer dieser Surfboys, meint sie, als einer an uns vorbeigeht. Ich verspreche, dass ich das machen würde, aber nur, wenn sie surfen lernt. Mal schauen, wann sie aufs Surfboard steigt.

Da der Wetterbericht für die nächsten Tage Temperaturen um die 30 Grad ankündigt, verlassen wir die Stadt und fahren die Weinstraße vom Barossa Valley über Eden und McLaren Valley bis nach Willunga an der Westküste der Fleurieu-Halbinsel. An den Stränden lassen wir mal wieder die Seele ein wenig baumeln. Ich gönne mir nach drei Monaten einen Friseurbesuch. Die Friseurin fragt wie ich die Haare haben möchte. Sie nennt ein paar Fachbegriffe, bei denen ich nur große Augen mache. Schließlich holt sie eine Mappe, in der verschiedenste Haarschnitte von Seitenscheitel über Undercut und weiteren modernen Varianten offeriert werden. Doch auch bewährte Haarschnitte sind in dem Katalog abgebildet und auch einer, der meiner üblichen Frisur sehr nahe kommt. Ruth hätte ja nichts dagegen, wenn ich meine Haare länger wachsen lassen würde. Dann sähe ich aus wie einer dieser Surfboys, meint sie, als einer an uns vorbeigeht. Ich verspreche, dass ich das machen würde, aber nur, wenn sie surfen lernt. Mal schauen, wann sie aufs Surfboard steigt.

Und schon sind fünf Wochen Australien vorbei. Wir haben die Landschaften und die Freundlichkeit der Aussie genossen. Selber kochen und sich keine Sorgen um die Hygiene zu machen, war im Vergleich zu Indonesien sehr angenehm. Die Tagestemperaturen hätten an diversen Tagen höher sein können, aber das ist ein Klagen auf hohem Niveau. Mit dem Campervan unterwegs zu sein, war die richtige Wahl. Camping ist in Australien sehr beliebt. Es scheint so, dass die Quote derjenigen, die einen Wohnwagen, einen Offroader mit Dachzelt oder Wohnmobil besitzen, in Australien höher ist als in Deutschland. Campingplätze gibt es überall. Sie sind gut ausgestattet und die einzelnen Stellplätze sind i.d.R. sehr groß. Lediglich die Möglichkeit - wie es in Deutschlands Campingplätzen Praxis ist - morgens frische Brötchen zu erwerben, gibt es kaum. Viele Australier haben wir angetroffen, die das Wochenende mit Freunden oder Großfamilie auf einem Campingplatz verbringen und gemütlich beieinander sitzen. Statt zuhause trifft man sich auf Campingplätzen. 

Weitere bemerkenswerte Phänomene sind die öffentlichen Grillstellen und Toiletten. Kostenlose und stets saubere Toiletten gibt es an vielen Stellen wie Parks, Parkplätzen, Hauptstraßen, strandnah und innerstädtisch. Kostenlose Gasgrills findet man sowohl auf Campingplätzen als auch an öffentlichen Orten wie Parks oder Grünflächen vorfindet. Man drückt den Startknopf, eine Metallplatte wird dann automatisch mit Gas geheißt und auf der Platte kann, man dann Fleisch, Würstchen, Gemüse oder was auch immer man will, grillen. Ein Spachtel ermöglicht das Reinigen, doch werden die Grills von der Kommune unterhalten und gereinigt, die auch das Gas kostenlos zur Verfügung stellt. Wir sehen Sportvereine, Schulklassen oder altersgemischte Gruppen, die gemeinsam an solchen Plätzen zusammentrafen und den Grill anwarfen. Eine tolle Option, um das soziale Miteinander zu fördern und bemerkenswert, die Aussies gehen alle pfleglich damit um. Und mit Aussies sind alle Mitglieder dieser Multikultigesellschaft gemeint. Neben den Aborigines und den ursprünglichen Einwanderern aus England leben viele Menschen mit chinesisch, indisch und arabischen Wurzeln hier. Australien betont, dass es die Einwanderung benötigt.

Ein anderes Phänomen sind die Fliegen. Wenn sie an einem Ort sind, dann sind sie auch dort. Im Gegensatz zu unseren heimischen Stubenfliegen haben die australischen Artgenossen die Angewohnheit ins Gesicht, Ohr, Nase, Mund, Auge zu fliegen, so dass wir viel mit den Armen in Gesichtsnähe am Rudern sind. Als ich zu einem Australier, der am Fähranleger kontinuierlich am Wedeln war, meinte, dass die Fliegen heute ordentlich nerven, entgegnete mir mit einem freundlichen Lächeln „Welcome to Australia“.

Und schon sind fünf Wochen Australien vorbei. Wir haben die Landschaften und die Freundlichkeit der Aussie genossen. Selber kochen und sich keine Sorgen um die Hygiene zu machen, war im Vergleich zu Indonesien sehr angenehm. Die Tagestemperaturen hätten an diversen Tagen höher sein können, aber das ist ein Klagen auf hohem Niveau. Mit dem Campervan unterwegs zu sein, war die richtige Wahl. Camping ist in Australien sehr beliebt. Es scheint so, dass die Quote derjenigen, die einen Wohnwagen, einen Offroader mit Dachzelt oder Wohnmobil besitzen, in Australien höher ist als in Deutschland. Campingplätze gibt es überall. Sie sind gut ausgestattet und die einzelnen Stellplätze sind i.d.R. sehr groß. Lediglich die Möglichkeit - wie es in Deutschlands Campingplätzen Praxis ist - morgens frische Brötchen zu erwerben, gibt es kaum. Viele Australier haben wir angetroffen, die das Wochenende mit Freunden oder Großfamilie auf einem Campingplatz verbringen und gemütlich beieinander sitzen. Statt zuhause trifft man sich auf Campingplätzen. 

Weitere bemerkenswerte Phänomene sind die öffentlichen Grillstellen und Toiletten. Kostenlose und stets saubere Toiletten gibt es an vielen Stellen wie Parks, Parkplätzen, Hauptstraßen, strandnah und innerstädtisch. Kostenlose Gasgrills findet man sowohl auf Campingplätzen als auch an öffentlichen Orten wie Parks oder Grünflächen vorfindet. Man drückt den Startknopf, eine Metallplatte wird dann automatisch mit Gas geheißt und auf der Platte kann, man dann Fleisch, Würstchen, Gemüse oder was auch immer man will, grillen. Ein Spachtel ermöglicht das Reinigen, doch werden die Grills von der Kommune unterhalten und gereinigt, die auch das Gas kostenlos zur Verfügung stellt. Wir sehen Sportvereine, Schulklassen oder altersgemischte Gruppen, die gemeinsam an solchen Plätzen zusammentrafen und den Grill anwarfen. Eine tolle Option, um das soziale Miteinander zu fördern und bemerkenswert, die Aussies gehen alle pfleglich damit um. Und mit Aussies sind alle Mitglieder dieser Multikultigesellschaft gemeint. Neben den Aborigines und den ursprünglichen Einwanderern aus England leben viele Menschen mit chinesisch, indisch und arabischen Wurzeln hier. Australien betont, dass es die Einwanderung benötigt.

Ein anderes Phänomen sind die Fliegen. Wenn sie an einem Ort sind, dann sind sie auch dort. Im Gegensatz zu unseren heimischen Stubenfliegen haben die australischen Artgenossen die Angewohnheit ins Gesicht, Ohr, Nase, Mund, Auge zu fliegen, so dass wir viel mit den Armen in Gesichtsnähe am Rudern sind. Als ich zu einem Australier, der am Fähranleger kontinuierlich am Wedeln war, meinte, dass die Fliegen heute ordentlich nerven, entgegnete mir mit einem freundlichen Lächeln „Welcome to Australia“.

Am vorletzten Tag mit Campervan durchstreifen wir das hügelige McLaren Valley Weinanbaugebiet und machen Halt beim Weingut „dArenberg“ mit seinem herausstechenden kubistischen Gebäude, vor dem drei Original-Dali Bronzestatuen stehen. 

Am vorletzten Tag mit Campervan durchstreifen wir das hügelige McLaren Valley Weinanbaugebiet und machen Halt beim Weingut „dArenberg“ mit seinem herausstechenden kubistischen Gebäude, vor dem drei Original-Dali Bronzestatuen stehen. 

Car and dog wash?

In einem Vorort von Adelaide passieren wir eine Tankstelle mit Waschstraße und stutzen im zweiten Moment und schauen nochmal, ob wir uns nicht verlesen haben. Auf einem Schild steht „HappyDogWash“. Das schauen wir uns näher an und wahrlich, es ist eine Waschstation für Hunde mit verschiedenen Waschprogrammen. Es heißt ja so schön, das Auto ist des Deutschen liebstes Kind, beim Australier scheint dieser Satz noch um das Subjekt „Hund“ ergänzt zu werden.

Car and dog wash?

In einem Vorort von Adelaide passieren wir eine Tankstelle mit Waschstraße und stutzen im zweiten Moment und schauen nochmal, ob wir uns nicht verlesen haben. Auf einem Schild steht „HappyDogWash“. Das schauen wir uns näher an und wahrlich, es ist eine Waschstation für Hunde mit verschiedenen Waschprogrammen. Es heißt ja so schön, das Auto ist des Deutschen liebstes Kind, beim Australier scheint dieser Satz noch um das Subjekt „Hund“ ergänzt zu werden.

Wir sind 5.000 Kilometer meist an der schönen Küste entlang gefahren, haben viel gesehen und erlebt und dennoch kennen wir nur einen kleinen Teil dieses riesigen Landes, das ja genau genommen ein eigener Kontinent ist. Das Outback, die Westküste, der tropische Norden haben wir nicht gesehen. Um dieses alles kennen zu lernen, benötigt man sehr viel Zeit und vor allem Geduld, wenn man tagelang über endlos lange Straßen durch sich kaum verändernde, monotone Landschaften fährt.

Mit Ausnahme von den Heerscharen von Fliegen und zwei Schlangen faszinierte uns die Tierwelt bestehend aus Koalas, Kängurus, Wallabi, Walen, Emu, Leguane, Delphine, Seelöwen, Ameisenigel und einer Vielfalt von Vögeln. Lediglich die Wombats haben sich leider vor uns versteckt. Über die Geschichte der Aborigines hätten wir gerne mehr erfahren, doch leider waren zwei Museen, die wir zu diesem Thema besuchen wollten, gerade geschlossen. Was wir auch vermissen werden, ist der feine Duft der Eukalyptusbäume.

Interessante Gespräche mit Einheimischen hatten wir vereinzelt auf Campingplätzen und in Alltagssituationen. Der Umgang miteinander ist stets freundlich. Gelegentlich mussten wir nachfragen, wenn unser Gegenüber einen kräftigen, schnellen australischen Slang mit seinen zahlreichen Abkürzungen und Begrifflichkeit an den Tag legte. Uns fiel auf, dass wir in Indonesien viel häufiger angesprochen wurden und in Konversationen verwickelt wurden, wahrscheinlich, weil wir - im Gegensatz zu hier - anders aussahen und eindeutig aus einem anderen Land kommen.  Während wir hier in unserer Camper-Blechbüchse unterwegs waren, in der wir selber Frühstück und Abendessen zubereiteten, übernachteten wir in Indonesien fast ausschließlich in kleinen Familien geführten Unterkünften, bei denen wir auch frühstückten. Dadurch war der Kontakt auch automatisch zu Einheimischen stärker gegeben als hier.

Der australische Lifestyle wirkt auf uns entspannter und nicht so hektisch wie der heimische. Kein Wunder, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung nahe an den Küsten lebt. Ich glaube, dass in einem Land, in dem Surfen zumindest an Küstenorten zum schulischen Sportangebot gehört, wird nebenbei Lockerheit, easy-living, Geduld und Naturverbundenheit vermittelt. Wie schade, dass Nord- und Ostsee nicht ganzjährig die hiesigen Wassertemperaturen und auch -farben vorhalten, denn dann könnte etwas von dem australische Spirit zu uns rüberspringen.

In Supermärkten, Shoppingmalls, Cafes, auf Campingplätze und vielen weiteren Orten läuft oft Musik. Selten hört man aktuelle Stücke. Die Aussies lieben die 80er  und 90er Jahre. Es war ein wenig nostalgisch und wir fühlten uns gleich ein paar Jahrzehnte jünger oder zumindest zurückversetzt.

Nun geht es nach Südamerika. Wahrlich eine Herausforderung für uns. Während wir uns in Indonesien und Australien relativ gut mit Englisch verständigen und durchschlagen konnten, sind wir gespannt, wie es uns mit rudimentären Spanisch-Kenntnissen in Chile und Argentinien gelingen wird. Man wächst mit seinen Herausforderungen.

Wir sind 5.000 Kilometer meist an der schönen Küste entlang gefahren, haben viel gesehen und erlebt und dennoch kennen wir nur einen kleinen Teil dieses riesigen Landes, das ja genau genommen ein eigener Kontinent ist. Das Outback, die Westküste, der tropische Norden haben wir nicht gesehen. Um dieses alles kennen zu lernen, benötigt man sehr viel Zeit und vor allem Geduld, wenn man tagelang über endlos lange Straßen durch sich kaum verändernde, monotone Landschaften fährt.

Mit Ausnahme von den Heerscharen von Fliegen und zwei Schlangen faszinierte uns die Tierwelt bestehend aus Koalas, Kängurus, Wallabi, Walen, Emu, Leguane, Delphine, Seelöwen, Ameisenigel und einer Vielfalt von Vögeln. Lediglich die Wombats haben sich leider vor uns versteckt. Über die Geschichte der Aborigines hätten wir gerne mehr erfahren, doch leider waren zwei Museen, die wir zu diesem Thema besuchen wollten, gerade geschlossen. Auf jeden Fall werden wir den feinen Duft der Eukalyptusbäume vermissen.

Interessante Gespräche mit Einheimischen hatten wir vereinzelt auf Campingplätzen und in Alltagssituationen. Der Umgang miteinander ist stets freundlich. Gelegentlich mussten wir nachfragen, wenn unser Gegenüber einen kräftigen, schnellen australischen Slang mit seinen zahlreichen Abkürzungen und Begrifflichkeit an den Tag legte. Uns fiel auf, dass wir in Indonesien viel häufiger angesprochen wurden und in Konversationen verwickelt wurden, wahrscheinlich, weil wir - im Gegensatz zu hier - anders aussahen und eindeutig aus einem anderen Land kommen.  Während wir hier in unserer Camper-Blechbüchse unterwegs waren, in der wir selber Frühstück und Abendessen zubereiteten, übernachteten wir in Indonesien fast ausschließlich in kleinen Familien geführten Unterkünften, bei denen wir auch frühstückten. Dadurch war der Kontakt auch automatisch zu Einheimischen stärker gegeben als hier.

Der australische Lifestyle wirkt auf uns entspannter und nicht so hektisch wie der heimische. Kein Wunder, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung nahe an den Küsten lebt. Ich glaube, dass in einem Land, in dem Surfen zumindest an Küstenorten zum schulischen Sportangebot gehört, wird nebenbei Lockerheit, easy-living, Geduld und Naturverbundenheit vermittelt. Wie schade, dass Nord- und Ostsee nicht ganzjährig die hiesigen Wassertemperaturen und auch -farben vorhalten, denn dann könnte etwas von dem australische Spirit zu uns rüberspringen.

In Supermärkten, Shoppingmalls, Cafes, auf Campingplätze und vielen weiteren Orten läuft oft Musik. Selten hört man aktuelle Stücke. Die Aussies lieben die 80er und 90er Jahre. Es war ein wenig nostalgisch und wir fühlten uns gleich ein paar Jahrzehnte jünger oder zumindest zurückversetzt.

Nun geht es nach Südamerika. Wahrlich eine Herausforderung für uns. Während wir uns in Indonesien und Australien relativ gut mit Englisch verständigen und durchschlagen konnten, sind wir gespannt, wie es uns mit rudimentären Spanisch-Kenntnissen in Chile und Argentinien gelingen wird. Man wächst mit seinen Herausforderungen.