#22 Patagonien - Torres del Paine

Der Torres del Paine Nationalpark gilt als Traumziel. Die Wetterprognosen sehen allerdings nicht traumhaft aus.....

CHILE

22.12.2025

12/22/20259 min read

Torres del Paine - Patagonien

Auf in die Natur

Mit dem Wagen geht es bei stürmischen Wind erst über die flache Pampa und dann durch eine leicht hügelige Landschaft. Regenschauer kreuzen unseren Weg und wir sehen die ersten Guanakos, die zur Gattung der Kamele gehören. Nach drei Stunden erreichen wir Puerto Natales, ein Hafenstädtchen, das sich stark auf die Touristen eingestellt hat. Zahlreiche Bäckereien, Restaurants und Café bilden die Innenstadt. In einem Café gönnen wir uns Kuchen, Cappuccino und Tee.

Torres del Paine - Patagonien

Auf in die Natur

Mit dem Wagen geht es bei stürmischen Wind erst über die flache Pampa und dann durch eine leicht hügelige Landschaft. Regenschauer kreuzen unseren Weg und wir sehen die ersten Guanakos, die zur Gattung der Kamele gehören. Nach drei Stunden erreichen wir Puerto Natales, ein Hafenstädtchen, das sich stark auf die Touristen eingestellt hat. Zahlreiche Bäckereien, Restaurants und Café bilden die Innenstadt. In einem Café gönnen wir uns Kuchen, Cappuccino und Tee.

Am nächsten Morgen sehen wir, dass auf den Bergen weiter Schnee gefallen ist und die Schnellfallgrenze gesunken ist. Am Tag stürmt es weiter. Auch die Regenschauern werden mehr. Anfangs ist die Landstraße noch asphaltiert, dann nur noch Schotter mit vielen und teils deftigen Schlaglöchern. Zwischendrin grinst die Sonne aus den Wolken. Wir stoppen immer mal wieder und erfreuen uns an den Lichtreflexionen und Farben auf dem Lago de Toro. Nach 150 km erreichen wir den Parkeingang. Die Rangerin scannt unsere online-Eingangstickets vor. Sie zeigt uns eine Tafel, die uns darüber informiert, welche Wege wegen Neuschnee und welche wegen der Windgeschwindigkeiten von 90 und mehr km/h gesperrt sind. Kurz hinter der Rangerstation passieren wir ein Straßenschild, das darauf hinweist, dass Puma den Weg kreuzen können. Leider bekommen wir keinen zusehen.

Am nächsten Morgen sehen wir, dass auf den Bergen weiter Schnee gefallen ist und die Schnellfallgrenze gesunken ist. Am Tag stürmt es weiter. Auch die Regenschauern werden mehr. Anfangs ist die Landstraße noch asphaltiert, dann nur noch Schotter mit vielen und teils deftigen Schlaglöchern. Zwischendrin grinst die Sonne aus den Wolken. Wir stoppen immer mal wieder und erfreuen uns an den Lichtreflexionen und Farben auf dem Lago de Toro. Nach 150 km erreichen wir den Parkeingang. Die Rangerin scannt unsere online-Eingangstickets vor. Sie zeigt uns eine Tafel, die uns darüber informiert, welche Wege wegen Neuschnee und welche wegen der Windgeschwindigkeiten von 90 und mehr km/h gesperrt sind. Kurz hinter der Rangerstation passieren wir ein Straßenschild, das darauf hinweist, dass Puma den Weg kreuzen können. Leider bekommen wir keinen zusehen.

Für die nächsten zwei Tage haben wir auf einem Campingplatz einen sogenannten Dome - ein Zelt mit zwei Betten gebucht. Weder Heizung noch Steckdose gibt es. Bei nächtlichen Temperaturen von vier Grad sind wir froh, Schlafsack und zwei Decken zu haben.

Für die nächsten zwei Tage haben wir auf einem Campingplatz einen sogenannten Dome - ein Zelt mit zwei Betten gebucht. Weder Heizung noch Steckdose gibt es. Bei nächtlichen Temperaturen von vier Grad sind wir froh, Schlafsack und zwei Decken zu haben.

Tagsüber herrschen sechs bis acht Grad. Abends sitzen wir im Restaurant mit tollem Blick auf das berühmte Bergmassiv - sofern die Wolken es zulassen. Es ist wie ein Puzzle. Wir bekommen immer verschiedene Teile zu Gesicht, aber nicht die drei großen Bergblöcke gleichzeitig. Mehrfach gehen wir zum nahegelegenen Aussichtspunkt. Die permanent wechselnden Wolken- und Lichtverhältnisse ziehen uns einfach magisch an. 

Die Gegend erinnert uns eher an Norwegen als an die Alpen. Zum einen landschaftlich mit Ausnahme des Bergmassivs, zum anderen aber auch, weil hier an den Berghängen und in den Tälern keine Häuser, Siedlungen oder Dörfer, so wie wir es aus den Alpen kennen. Natur pur.

Der Nationalpark ist sehr beliebt und gehypt. Folglich können die wenigen Unterkünfte kräftige Preise verlangen. Da kann es schon mal sein, dass ein Hotelzimmer in einem Drei- oder Vier-Sterne-Hotel zwischen 600 und 1.200 US-Dollar kostet. Auch die beiden Campingplätze, auf denen wir übernachten, nehmen Preise, die nicht dem europäischen Standard entsprechen. Da es in der ganzen Region weder 2G, 3G, 4G oder LTE, also null mobile Daten gibt, kann mal Wifi (also WLAN, wie wir es in Deutschland nennen) am Campingplatz für 10,- Euro die Stunde oder gleich zum Schnäppchenpreis von 14,- Euro für drei Stunden erwerben. Monopolisten haben halt Vorteile.

Tagsüber herrschen sechs bis acht Grad. Abends sitzen wir im Restaurant mit tollem Blick auf das berühmte Bergmassiv - sofern die Wolken es zulassen. Es ist wie ein Puzzle. Wir bekommen immer verschiedene Teile zu Gesicht, aber nicht die drei großen Bergblöcke gleichzeitig. Mehrfach gehen wir zum nahegelegenen Aussichtspunkt. Die permanent wechselnden Wolken- und Lichtverhältnisse ziehen uns einfach magisch an. 

Die Gegend erinnert uns eher an Norwegen als an die Alpen. Zum einen landschaftlich mit Ausnahme des Bergmassivs, zum anderen aber auch, weil hier an den Berghängen und in den Tälern keine Häuser, Siedlungen oder Dörfer, so wie wir es aus den Alpen kennen. Natur pur.

Der Nationalpark ist sehr beliebt und gehypt. Folglich können die wenigen Unterkünfte kräftige Preise verlangen. Da kann es schon mal sein, dass ein Hotelzimmer in einem Drei- oder Vier-Sterne-Hotel zwischen 600 und 1.200 US-Dollar kostet. Auch die beiden Campingplätze, auf denen wir übernachten, nehmen Preise, die nicht dem europäischen Standard entsprechen. Da es in der ganzen Region weder 2G, 3G, 4G oder LTE, also null mobile Daten gibt, kann mal Wifi (also WLAN, wie wir es in Deutschland nennen) am Campingplatz für 10,- Euro die Stunde oder gleich zum Schnäppchenpreis von 14,- Euro für drei Stunden erwerben. Monopolisten haben halt Vorteile.

Wir wandern am Südufer des Sees „Lago Grey“ entlang, werden mal wieder vom Wind kräftig durchgepustet, gehen zu einem Aussichtspunkt und sehen am anderen Ende des Sees den Grey- Gletscher, während unter uns ein kleiner Eisberg gegen die Felsen gedrückt wird. Wie immer wechselt das Wetter zwischen bewölkt, Regen und Sonnenschein.

Auf der Rückfahrt treffen wir erst auf ein Guanako, das sich einer schnellen Körperpflege widmet und dann eine Herde Guanakos mit Jungen, die am Straßenrand äsen. Drollige Tierchen.  Auch Schöpfkarakara und Kondore treffen wir an. Fasziniert schauen wir immer wieder auf das Bergmassiv, das wie ein kräftiger Backenzahn aus der Umgebung herausragt, mit seinen schwarz-weißen Cuernos (Hörnern) und die wechselnden Wolkenstimmungen. Ich glaube kein Motiv haben wir auf unserer Reise bisher mehr fotografiert.

Wir wandern am Südufer des Sees „Lago Grey“ entlang, werden mal wieder vom Wind kräftig durchgepustet, gehen zu einem Aussichtspunkt und sehen am anderen Ende des Sees den Grey- Gletscher, während unter uns ein kleiner Eisberg gegen die Felsen gedrückt wird. Wie immer wechselt das Wetter zwischen bewölkt, Regen und Sonnenschein.

Auf der Rückfahrt treffen wir auf eine Herde Guanakos mit Jungen, die am Straßenrand äsen. Drollige Tierchen.  Auch Schöpfkarakara und Kondore treffen wir an. Fasziniert schauen wir immer wieder auf das Bergmassiv, das wie ein kräftiger Backenzahn aus der Umgebung herausragt, mit seinen schwarz-weißen Cuernos (Hörnern) und die wechselnden Wolkenstimmungen. Ich glaube kein Motiv haben wir auf unserer Reise bisher mehr fotografiert.

Ein Wunder überrascht uns am nächsten Tag: die Sonne scheint und das Bergmassiv ist gut zu sehen. Wir wandern zum Wasserfall Salida Grande. Dieser liegt in einem schmalen Taleinschnitt, der wie eine Düse wirkt und den ohnehin schon kräftigen Wind beschleunigt. Uns dröhnt der Wind in den Ohren. Weiter geht es über den sich sanft windenden Pfad durch eine traumhafte Landschaft.  Kurz vorm Aussichtspunkt Mirador Cuernos begegnen wir einer Herde Guanakos mit ihren Kleinen. Über den türkisfarbenen Lago Nordenskjöld schauen wir auf die Berge. Und wieder scheinen die Wolken um die Berggipfel herum zu tanzen. Die Wolken verändern wie an den Vortagen das Panorama kontinuierlich und wir schauen berauscht dem stillen Treiben der Natur zu.

Der Name "Torres del Paine" setzt sich aus dem spanischen Torres (Türme) und dem Wort "Paine", das in  der Sprache des indigen Volks der Tehuelche "Himmelblau" bedeutet, zusammen.

Ein Wunder überrascht uns am nächsten Tag: die Sonne scheint und das Bergmassiv ist gut zu sehen. Wir wandern zum Wasserfall Salida Grande. Dieser liegt in einem schmalen Taleinschnitt, der wie eine Düse wirkt und den ohnehin schon kräftigen Wind beschleunigt. Uns dröhnt der Wind in den Ohren. Weiter geht es über den sich sanft windenden Pfad durch eine traumhafte Landschaft.  Kurz vorm Aussichtspunkt Mirador Cuernos begegnen wir einer Herde Guanakos mit ihren Kleinen. Über den türkisfarbenen Lago Nordenskjöld schauen wir auf die Berge. Und wieder scheinen die Wolken um die Berggipfel herum zu tanzen. Die Wolken verändern wie an den Vortagen das Panorama kontinuierlich und wir schauen berauscht dem stillen Treiben der Natur zu.

Der Name "Torres del Paine" setzt sich aus dem spanischen Torres (Türme) und dem Wort "Paine", das in  der Sprache des indigen Volks der Tehuelche "Himmelblau" bedeutet, zusammen.

Unsere Wanderung zum Mirador Cuernos 

Unsere Wanderung zum Mirador Cuernos 

Weiter geht es nach Osten bis zum Campingplatz am Lago Azul. Nun schauen wir nicht mehr von Süden sondern von Osten auf die Torres del Paine und sehen die drei namensgebenden Türme. In der anderen Richtung liegen weite grüne Täler, die uns an das skandinavische Fjäll erinnern. Heute ist es wärmer geworden und das nächste Wunder erwartet uns am Nachmittag, als der Wind einschläft, so dass wir am T-Shirt am Ufer sitzen können. Wir übernachten in einem Zelt, das auf einem Holzpodest fixiert ist. Wie gut das ist, zeigt sich am nächsten Morgen als der Wind mit acht bis neun Beaufort direkt über den See heranbraust. Das Zelt inklusive des Bodens vibriert. Da Sturm hier ein Alltagsphänomen darstellt, gehen wir davon aus, dass unser Zelt nicht wegweht, was sich auch bestätigt. Für den Tag ist Regen angesagt. Daher entscheiden wir spontan, einen Tag früher als geplant nach Argentinien zu fahren. Dadurch teilen wir  die lange Fahrstrecke nach El Chalten auf zwei Tage  auf.

Weiter geht es nach Osten bis zum Campingplatz am Lago Azul. Nun schauen wir nicht mehr von Süden sondern von Osten auf die Torres del Paine und sehen die drei namensgebenden Türme. In der anderen Richtung liegen weite grüne Täler, die uns an das skandinavische Fjäll erinnern. Heute ist es wärmer geworden und das nächste Wunder erwartet uns am Nachmittag, als der Wind einschläft, so dass wir am T-Shirt am Ufer sitzen können. Wir übernachten in einem Zelt, das auf einem Holzpodest fixiert ist. Wie gut das ist, zeigt sich am nächsten Morgen als der Wind mit acht bis neun Beaufort direkt über den See heranbraust. Das Zelt inklusive des Bodens vibriert. Da Sturm hier ein Alltagsphänomen darstellt, gehen wir davon aus, dass unser Zelt nicht wegweht, was sich auch bestätigt. Für den Tag ist Regen angesagt. Daher entscheiden wir spontan, einen Tag früher als geplant nach Argentinien zu fahren. Dadurch teilen wir  die lange Fahrstrecke nach El Chalten auf zwei Tage  auf.