
#34 Back in Costa Rica
Wir schlemmen nochmal in Tamarindo und düsen weiter in die Nebelwälder Monteverdes.
COSTA RICA
02.03.2026
3/2/20267 min read
Von Ometepe nach Liberia in Costa Rica
Um Viertel vor Sechs klingelt der Wecker. Schnell frisch machen, den Rucksack schnappen und zu Fuß in zehn Minuten zum Hafen. Wir wissen nicht, wie gut wir heute vorankommen, denn unser Reiseplan setzt sich aus einem Wechsel von Fähr-, Taxi- und Busfahrten sowie dem Überschreiten von zwei Grenzkontrollposten zusammen.
Die Fähre legt von Ometepe pünktlich um 7.00 Uhr ab. Heute ist weniger Wind und folglich ist die Überfahrt bedeutend angenehmer als auf dem Hinweg. Der Besitzer unserer Unterkunft auf Ometepe empfahl uns nicht mit dem Taxi vom Hafen in San José nach Rivas zum Busbahnhof zu fahren, sondern direkt bis zur Grenze. In Reiseblogs wurde zum einen vor den Verkäufern von Bustickets und Taxifahrern in Rivas gewarnt, da diese oft deutlich überzogene Preise von Touristen nehmen und dort auch mit Falschinformationen arbeiten. Folglich frage ich den Besitzer nach dem üblichen Preis für die Strecke. So schafft man sich eine gute Ausgangsbasis für die Verhandlung mit einem Taxifahrern. Ruth und ich hatten uns ein 25% höheres Limit gesetzt, das wir bereit sind zu zahlen. Als wir im Hafen ankommen, empfängt uns schon ein Taxifahrer. Wir einigen uns innerhalb von zwanzig Sekunden auf unser Limit. Bei der Fahrt unterhalten wir uns über Sport in Nicaragua. Hier ist Baseball, der Sport Number One.


Um 9.00 Uhr setzt er uns an der nicaraguanischen Grenzstation ab. Nach einer halben Stunde Warten passieren wir die Kontrolle und laufen 800 m an LKW-Kolonnen vorbei zur costa-ricanischen Grenze. Hier benötigen wir etwas länger, doch zwei Stunden nachdem wir das Taxi verlassen haben, sind wir in Costa Rica. Auf der Hinreise haben wir fast vier Stunden für das gleiche Prozedere in entgegengesetzter Richtung benötigt. Weiter marschieren wir zum Busbahnhof und sind dankbar mit so wenig Gepäck unterwegs zu sein. Nun will ein costa-ricanischen Taxifahrer uns befördern. Mit ihm seien wir in einer statt drei Stunden in Liberia, meint er. Wir haben Zeit entgegnen wir und nehmen einen Überlandbus nach Liberia, der nach guten zwei Stunden sein Ziel erreicht. Früher als gedacht (oder befürchtet?) beziehen wir das gleiche Hostel wie auf der Hinfahrt.








Am nächsten Tag holen wir unseren Mietwagen am Flughafen ab. Der Flughafen von Liberia ist relativ neu und wird vor allem von Airlines aus den USA und Kanada angefolgen. Als wir ankommen, stehen lediglich ein paar Geschäftsflieger auf dem Gelände. Trotzdem herrscht ein kleiner Stau vor dem Flughafengebäude. Shuttlebusses und Taxis setzten viele Passagiere ab. Als wir eine halbe Stunde später den Flughafen verlassen, sind inzwischen sechs Passagierflugzeuge gelandet und ein weiteres ist im Landeanflug. Wie gut, dass wir vor diesen Massen unsere Autovermietung erreichen. Als wir den Wagen übernehmen, sieht Ruth sofort das der linke hintere Reifen wenig Profil und der rechte eigentlich gar keins mehr hat. Wir reklamieren dieses. Die Angestellten der Vermietung sagen, dass sie weder ein anderes Fahrzeug noch einen Mechaniker haben, der neue Reifen aufziehen könnte. Der Manager der Station meint, dass sie das Problem in den nächsten 24 Stunden lösen wollen. Wie er uns denn finden wolle, fragen wir. Das Fahrzeug hat GPS. Er empfiehlt uns, dass wir in unserem nächsten Ziel Tamarindo an der dortigen Station ihrer Firma auch nachfragen. Nachdem wir in Tamarindo unsere Unterkunft bezogen haben, fahren wir zur Autovermietung. Dort nehmen uns zwei sehr nette Frauen in Empfang und sind selbst überrascht, dass die Station in Liberia ein Auto mit so abgefahrenen Reifen rausgibt. Sie schauen im Lager nach Reifen und haben nur einen. Daher ruft eine in Liberia an und vereinbart, dass am nächsten Tag gegen elf Uhr zwei Reifen parat stehen und gewechselt werden.


Wir bedanken uns bei den beiden und holen erst mal unser Gepäck, das wir bei Mehmet (dem Schwiegervater von meinem Kollegen Philip) zwischengelagert haben (siehe Blog#30). Besten Dank, Philip, dass du den Kontakt zu Mehmet hergestellt hast. Da wir als nächstes in die Berge und anschließend an die Karibikküste weiterreisen werden, bietet sich uns zum letzten Mal die Möglichkeit, einen Sonnenuntergang an der pazifischen Küste von Costa Rica zu genießen. Leicht wehmütig betrachten wir das orange Spektakel.
Vor zwei Wochen hatten wir bereits bei Mehmet einen Tisch für abends reserviert. Die Küche im Sofía Mediterráneo ist - nomen es omen - geprägt von der Küche der Mittelmeerländer und wirklich sehr lecker. Mehmet erzählte, dass er sich gerne neu inspirieren lässt. Daher reist er in andere Länder und schaut dort in die Kochtöpfe. So hat er letztes Jahr das Baskenland bereist hat und sich dort kulinarisch weitergebildet. Folglich bestelle ich einen Red Snapper auf baskische Art - der Hammer! Wir fragen nach seinem nächsten kulinarischen Reiseziel. Das wird Andalusien sein. Ein argentinischer Musiker begleitet das Essen. Ein wunderbarer Abend. Also solltet ihr mal in Tamarindo sein, können wir euch das Sofía Mediterráneo wärmstens empfehlen






Orange-Schwarz schlägt Grün-Weiß
Statt direkt in die Berge von Monteverde zu fahren, nehmen wir wegen des Reifenwechsels den Umweg über Liberia. Als wir an der Autovermietung ankommen, weiß keiner Bescheid. Wir zeigen den Reifen und der Angestellte meint, der wäre doch noch in Ordnung. Wir entgegnen, dass sowohl wir als auch seine Kollegen in Tamarindo das anders sehen. Sein Ton ist nicht freundlich. Es sei ein Wagen vor Ort, doch wir sollten schauen, ob uns dessen Reifen denn zusagen. Und ob wir unseren jetzigen Wagen vollgetankt haben, da die Fahrzeuge ja so zurückzugeben sind, ergänzt er. Das verneinen wir und weisen daraufhin, dass sie uns ein Fahrzeug mit unzureichenden Reifen am Vortag übergeben haben, eigentlich heute einen Reifenwechsel machen wollten und wir einen halben Urlaubstag verloren haben, da wir ja diesen Umweg gefahren sind. Das juckt ihn wenig. Wir tanken den Wagen voll, werfen das Gepäck ins neue Fahrzeug und entscheiden, uns nicht weiter aufzuregen. Außerdem haben wir nun ein Fahrzeug, dessen Reifen auch der deutsche TÜV nicht beanstanden würde. Pura Vida.
Nach der obigen Restaurantrezension folgt nun unsere Empfehlung für eine Autoanmietung. Den Münchener Autovermieter, der mit orangem Hintergrund wirbt, können wir empfehlen. Die europäische Autovermietung mit der weißen Schrift auf grünem Untergrund werden wir zukünftig weitläufig umfahren.


Santa Elena
Costa Rica hat zwei Küsten und dazwischen befindet sich das bergige Hochland. Von der Küste sehen wir täglich über dem zentralen Bergrücken weiße Wolken. Wir fahren in das sich auf 1.600 m Höhe befindende Santa Elena, das am biologischen Reservat Monteverde liegt. Diese Gegend ist für seine immergrünen Nebelwälder bekannt. Die Wolken sorgen immer für Feuchtigkeit. Im Englischen werden sie passenderweise Cloudforest genannt. Der Unterschied zum Regenwald besteht darin, dass Nebelwälder höher liegen und hier immer feucht sind, während im Regenwald die Regengüsse heftiger sind.
Das Städtchen ist überschaubar. Mit Kati und Sergio haben wir sehr nette und hilfsbereite Gastgeber, die jedenbei ein tolles Frühstücksbuffet in ihrer Pension zaubern. Sergio organisiert uns eine Tour durch den Nebelwald und auch die Besichtigung einer Kaffeeplantage.




















Nebelwälder
Die Vielfalt der Fauna ist immens. Ein Drittel der 9.000 in Costa Rica beheimateten Pflanzenarten sind in dem Reservat anzutreffen. Über 700 Bäume- und mehr als 500 Orchideenarten wachsen hier. Viele Pflanzen, die sogenannten Epiphyten wachsen auf den Baumstämmen und -ästen. Wir staunen, dass auf einem einzelnen Baum oft bis zu 200 weitere Pflanzen leben.
Ein Guide führt uns durch den Nebelwald. Heute scheint die Sonne. Das sei selten der Fall. Normalerweise sei man hier in Wolken eingebettet, schildert er, während er uns den Aufbau und die Flora des Waldes erklärt. Ein Kolibri-Nest und eine Vogelspinne in ihrem Bau zeigt er uns. Von einem Aussichtsturm schauen wir über die Baumwelt. Leider sehen wir keine Faultiere. Dennoch eine schöne Wanderung durch eine tolle grüne Landschaft.



















Kaffee, Kakao und Zuckerrohr
Arabica-Kaffeepflanzen wachsen ausschließlich in Höhen von über 1.000 m. Wir besuchen eine Kaffeeplantage bei Santa Elena, wo uns der Kaffeebaum und der gesamte Prozess vorgestellt wird. Der Rundgang ist sehr informativ. Zuerst gehen wir zu den Setzlingen von Kaffee, bevor wir uns Kaffeebäume anschauen. Dann wird gezeigt wie die Kaffeebohne vom Fruchtfleisch getrennt wird. Danach werden die Bohnen geschält, gewaschen und getrocknet. Nach dem Trocknen wird die Bohne nochmal geschält und anschließend beginnt der Röstprozess.














Kakao - eine unangenehm riechende Masse?
Auch lernen wir den Herstellungsprozess von Kakao kennen. Unser Guide bricht ein Kakaofrucht auf und wir dürfen das weiße Fruchtfleisch probieren. Es sieht wie Litschi aus und schmeckt ein wenig nach Mango. Der Kakaokern ist lila farbend. Die Bohnen werden dann in einem Behälter fermentiert, damit das weiße Fruchtfleisch zersetzt wird. Während dieses Prozesses riecht die Masse säuerlich und unangenehm. Unvorstellbar, dass dieses die Grundlage für alle leckeren Schokoladen dieser Welt bildet. Doch am Ende der Fermentation ist säuerliche Duft verschwunden und die Masse getrocknet. Die Masse wird noch in kleine Stücke (Nibs) gebrochen und kann dann zu Schokolade verarbeitet werden.
Abschließend wird uns noch gezeigt, wie Saft aus Zuckerrohr, das reichlich in Lateinamerika wächst, gepresst wird. Destilliert nennt man diesen Saft dann Rum.
In den Verarbeitungsprozess von Kaffee und Kakao tiefer eingetaucht zu sein, gefällt uns beiden sehr.










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