
#42 Wellington - Hauptstadt Neuseelands
Mit der Fähre passieren wir die bekannt berüchtigte Cook Strait und erreichen abends Wellington. Tagsdrauf begeben wir uns auf Stadterkundung.
NEUSEELAND
18.04.2026
4/18/20265 min read
Wellington - mehr als nur eine Hauptstadt
Bei Sonnenschein brechen wir am Ostermontag in die Innenstadt auf. Wir schlendern an der Waterfront entlang. Bilden mit anderen Zuschauern einen Pulk und schauen, wie mutige Personen von einem ca. sieben bis acht Meter hohen Sprungturm ins Meerwasser hopsen. Bei einigen Bauchklatschern zucken wir zusammen und ahnen den Schmerz beim Aufprall. Die Geschäfte haben trotz Feiertag auf und wir schnuppern in einzelne Läden, bevor wir es uns in einem Café gemütlich machen. Auch besuchen wir das kulturelle Zentrum der Stadt, die alte, zentral gelegende Cuba-Street, wo viele Restaurants, Cafés, Galerien, Vintage- und alternative Shops sich tummeln. In den 70er bis Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts war es als Rotlichtviertel bekannt und mit der Zeit mutierte es dann in ein alternativ seriöseres Viertel. Die Häuser in dieser Gegend sind teils über hundert Jahre alt und verbreiten ein nettes Flair. Wellington liegt an einer großen Erdbebenfalte und man befürchtet schon lange ein großes Beben. Daher wollte die Stadtverwaltung vor Jahren viele alte, wenig erdbebensicheren Häuser abreißen. Doch die Bewohner stemmten sich dagegen.


























Wellington liegt geschützt an einer großen ovalen Bucht, die lediglich im Südosten einen schmalen Zugang zum Pazifik hat. Viele Hügel zieren die Bucht und wir fahren hoch zum Mount Albert. Von dort sehen wir die Hügelketten und blicken von oben auf die landenden und startenden Flugzeuge des hiesigen Airports - eine ungewöhnliche Perspektive. Anschließend fahren wir hinauf zum Mount Victoria, der direkt oberhalb der Innenstadt liegt und eine weitere Aussicht über die Stadt bietet. Von hier aus wird klar wie grün Wellington ist und wie schnell man von hier in der Natur ist. Zufrieden fahren wir zu unserem Campingplatz außerhalb der Stadt. Ein sehr schöner, abwechslungsreicher und zugleich entspannter Tag liegt hinter uns.














Te Papa - Unser Platz
Wie schon vor zehn Jahren besuchen wir das grandiose Nationalmuseum „Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa“, in der Kurzform Te Papa genannt. Die Kurzform Te Papa heißt aus dem Maori übersetzt „Unser Ort“. Zielsetzung des Museums ist das nationale Erbe seiner Kulturen und das Wissen über die Natur des Landes zu präsentieren, zu erforschen und zu erhalten, um die neuseeländische Geschichte zu verstehen und wertzuschätzen, die Gegenwart zu bereichern und auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Neuseeländer sowie Menschen, die dauerhaft in Neuseeland leben ist, dürfen ihr Museum kostenlos besuchen. Das ist eine wunderbare Maßnahme, so kommen alle Menschen in den Genuss dieses tollen Museums.


Viele Themen werden angefasst. Die Geologie mit Vulkanismus und Erdbeben bilden ein großes Themengebiet. So darf man in einem kleinen Haus stehen, in dem dann ein Erdbeben simuliert wird. Wir stehen drin, alles wackelt inklusive des Wassers im Aquarium. Es macht einem deutlich wie nah diese Gefahr täglich ist und wie ausgeliefert man dieser ist. Die pazifische Platte bewegt sich jährlich 4 cm an der australischen Platte vorbei und wird gleichzeitig unter diese geschoben. An einer kleinen zweigeteilten Landkarte können wir selber diese Fortbewegung der Erdplatte simulieren und sehen, wie sich das Profil des Landes zukünftig verändern wir. Eine sehr plastische Art die Auswirkungen der tektonischen Veränderungen darzustellen.













Die Kultur und Geschichte der Migration durch polynesischen Siedler seit 1350 und der europäische Einwanderer seit dem 18. Jahrhundert wird dargestellt. Auch werden Einwanderer der letzten zwanzig Jahre und ihre Fluchtgeschichte vorgestellt. Ein Aspekt der heute wichtiger denn je zu seien scheint. Es wird aufgezeigt, dass die meisten Menschen ihre Heimat nicht ohne Not verlassen und wie sie die neue Umgebung erleben. Uns verdeutlicht es einmal mehr, wie oft in Medien und Politik Menschengruppen be- oder gar verurteilt werden und wie oft der individuelle Mensch mit seiner verständlichen Geschichte missachtet wird. Auch Neuseeland ist ein buntes Land, das Einwanderung erlebt, benötigt und durch sie bereichert wird.








Eine weitere umfangreiche und sehr plastische Ausstellung in Te Papa setzt sich mit der Halbinsel Gallipoli und dem ersten Weltkrieg auseinander. An dieser Meerenge zwischen Europa und Asien, die die Ägäis und das Marmarameer verbindet, kämpften australische und neuseeländische Soldaten - die sogenannten Australian and New Zealand Army Corps (ANZAC) - an britischer und französischer Seite im ersten Weltkrieg. Der 25. April ist seit über hundert Jahren in Australien und Neuseeland Gedenktag für die zahlreichen gefallenen Soldaten. An diesem Tag im Jahre 1915 fanden die ersten ANZAC-Militäraktionen im ersten Weltkrieg auf der Gallipoli-Halbinsel statt. Im Januar 1916 zogen die Truppen erfolglos ab. Diese Schlacht forderte auf Seiten der türkischen, der französischen, britischen, australischen und neuseeländischen Truppe über 100.000 Opfer. Der Kampf um die Halbinsel wird dezidiert erläutert und über individuelle Schicksale wird berichtet. Übergroße Figuren stellen einzelne Soldaten oder auch eine Krankenschwester dar und ihre heftige, individuelle Geschichte wird erzählt. Die Ausstellung geht uns nah und wir sind emotional mitgenommen. Erschreckend ist, dass weiterhin Kriege weltweit herrschen. Wir brauchen erst einmal einen Break und verlassen das Museum, bevor wir später uns den schöneren und netteren Abteilungen wie Kunst, Zeitgeschichte seit den 50er Jahren und der Maorikultur widmen. Ein faszinierendes Museum mit viel Input für einen Tag, den wir in Ruhe verdauen müssen.




















Reisen, Abenteuer, Kultur und Natur erleben
www. world-discover.de
© 2025. All rights reserved
