#48 Ubud - das Herz von Bali

Erneut besuchen wir das kulturelle Zentrum in Bali und genießen wieder Komangs Gastfreundschaft.

INDONESIEN

19.05.26

5/19/20267 min read

Welcome back

Von Amed kommend erreichen wir nach drei Stunden unser Ziel und beziehen am nördlich Rand von Ubud wieder einen Bungalow bei Komang und Pera. Im September waren wir bereits hier und dieser ruhige Ort am Rande der Reisfelder sagte uns zu. Komang freut sich als sie uns sieht. Es ist ein wenig wie bei Freunden zu Besuch zu sein. Wir genießen neben der Gastfreundlichkeit wieder die Schokoladencroissant der Bäckerei ihres Sohnes. Von der Terrasse schauen wir auf die benachbarten Reisterrassen.

Der Elefantentemple

Nach einer ruhigen Nacht besuchen wir den Tempel „Goa Gajah“, der sogenannten Elefantenhöhle, wobei ein Elefant gar nicht hinein passen würde. Der Tempel wird so wegen der Ganesha-Statue, die sich im Inneren befindet, genannt. Er wurde im 11. Jahrhundert von Mönchen in den Berg geschlagen. Sein Grundriss ist T-förmig. Circa zehn Meter vom Eingang entfernt kann man links ein paar Meter zu der Ganesha-Statue gehen und rechts zu einem kleinen Steinaltar. Wir gehen die Treppen zum Fluss hinab und kraxeln durch diesen kleinen Dschungel mit seinen großen Bäumen wieder hoch. Anschließend statten wir dem Pura Dalem Tempel einen Besuch ab. Doch er ist abgeschlossen und wir können ihn nur von draußen betrachten.

Essen gehen wir in dem Sun-Sun-Warung, dessen Speisen uns ebenfalls im Herbst gefallen haben und wo wir unsere französische one-day-daughter Kenza nochmal getroffen hatten.

So schön Ubuds Innenstadt auch ist, die Enge und vor allem der Dauerstau treiben uns in unser ruhiges Domizil zurück, wo wir im kleinen Pool abkühlen.

Motorrollertour durch die Reisfelder

Per Scooter erkunden wir am nächsten Tag den Tempel „Pura Dalem Desa Pekraman“. Um zu ihm zu gelangen, dürfen wir um die 250 Treppenstufen runter und hoch klettern, da er an einem Bach liegt. Zwei Bauarbeiter restaurieren einen kleinen Tempel und ansonsten ist kein Mensch hier. Hinduistische Bauwerke strahlen eine besondere Athmosphäre aus und begeistern uns immer wieder aufs Neue. Ein Stück weiter liegen die Tegalalang Reisterrassen. Auf unserer Seite des Tales befinden sich die Restaurants und Cafés, von denen man die terrassenförmigen angelegten Reisfelder sehen kann. Zwischen drin gibt es Ziplines, Schaukeln und mal wieder Aussichtspunkte mit verschiedenen Dekoration für die Selfie-Maker. Selbst google maps weist inzwischen auf die Instagram-Eignung eines Ortes hin, wie z.B. den „Tegalalang Instagram View Banjar“. Ruth nennt diese in die Landschaft gepfropften Ac­ces­soires „Insta-Spielkram“.

Balinesische Kochkunst

Als wir am Nachmittag unsere Unterkunft erreichen, ist das Tagesprogramm allerdings noch längst nicht beendet. Nach einer Pause geht es weiter zu unserem balinesischen Kochkurs.

Nyoman bringt uns und einer holländischen Großfamilie bei, wie wir die Grundlagen der Saucen herstellen. Wir bereiten zunächst eine Gemüsesuppe zu. Deren Grundlage bildet die Paste „Bumbu Bali“, die aus Schalotten, Knoblauch, Aromatischen Ingwer, Galant, Kurkuma, Ingwer und süßer Chili besteht. Anschließend kocht Ruth Tempeh Manis und ich widme mich den Satay-Spießen mit Erdnusssauce.

Nahtlos weiter geht es mit der Herstellung von Perkedel Jagung. Hierbei handelt es sich um frittierte Maisfrikadellen, die sich schnell zubereiten lassen und sehr lecker schmecken. Gut gesättigt und kulinarisch neu inspiriert, geht es im Dunkeln heimwärts.

Ein wunderschöner Tag und ganz nebenbei auch unser Hochzeitstag liegt hinter uns

Mit dem Scooter durch abgelegene Dörfer und Reisfelder

Nachdem wir uns wiedermal mit Komangs leckeren Frühstück gestärkt haben, schwingen wir uns auf den Roller und fahren nach Delodsema. Ruth hatte irgendwo gelesen, dass dieses ein sehr schönes traditionelles Dorf sein soll, das abseits der touristischen Pfade liegt. Eindeutig, denn wir sind die einzigen, die sich in diesen Ort mit ihrem Roller verirren. Als wir durch den Ort spazieren, fährt ein kleiner roter Minibus an uns vorbei und setzt Schulkinder, die uns freudig grüßen, ab. Es gibt nur alte Häuser mit vielen Haustempeln hier und obwohl es als ein traditionelles Dorf gilt, handelt es sich nicht um ein Museumsdorf sondern junge, alte Menschen und Familien treffen wir an.

Über kleine Landstraßen hoppeln wir weiter und sehen dann die Schnauze eines neuen laubfroschgrünen Porsche Cabrio aus einem kleinen Weg in den Reisfeldern herausragen. Wäre das Verdeck nicht Schwarz könnte er sich im grünen Reisfeld verstecken. Er biegt hinter uns ein. Ein paar Kilometer sehen wir eine Polizeikontrolle. Beide müssen wir schmunzeln, als wir sehen wie ein Polizist hektisch nach seiner Trillerpfeife greift und fast verliert und hektisch mit der Kelle winkt, als er den Porsche entdeckt. Ein 911er auf Bali ist sicherlich eine Rarität und die will sich der Beamte offensichtlich mal in Ruhe anschauen.

Während der Porsche inspiziert wird, cruisen wir weiter und erreichen schließlich die Mangincan Reisterrassen, die uns bei unserem ersten Besuch in Bali so gut gefielen. Wir schlendern den Weg durch die satt grünen Felder, sehen den Bauern zu und kaufen einer Bäuerin eine Passionsfrucht ab.

Good bye Bali

Und eh wir uns versehen, liegt der letzte Nacht in Indonesien vor uns und am folgenden Morgen unser letztes leckeres Frühstück auf Bali. Komang verabschiedet uns herzlich und hofft, dass wir bald wiederkommen.

Wir besteigen den Flieger und nähern uns weitere 1.700 Kilometer Richtung Europa, nachdem wir schon auf dem Weg von Neuseeland nach Bali unserer Heimat 6.700 Kilometer näher auf die Pelle gerückt sind.